Teil vier der Autobiografie Bud Spencers


Auszug aus der neuen Bud Spencer Autobiographie „Altrimenti mi arrabbio“ – exklusiv hier!

Fortsetzung:

In jenem Neapel, magischer und wunderbarer Platz der Kindheitserinnerungen, besuchte ich die Grundschule und lebte dort bis 1943, als der Krieg unseren Wohlstand mit nur einem Schlag vernichtete, und uns zwang die Schlange der Emigranten zu verdichten.

Vor diesem Alptraum war die Stadt in der ich aufwuchs, jene Stadt der Gebrüder De Filippo, Edoardo, Peppino und Titina, illegitime Kinder des großen Scarpetta (Anm: ein italienischer Schauspieler und Dramatiker), aber bereits Chefs der Szene der gewaltigen Künstler die sie waren. Es war die Stadt wo die Fußballmannschaft unter der Führung von Vojak abstieg, trotz des ergreifenden Eifers das in jedem Spiel verschwendet wurde, weil die Erschöpfung der Stadt und ganz Italiens – das an den Krieg dachte- immer mehr zunahm.

Ich besuchte das Institut Minerva, gegenüber dem Kino – Varieté Santa Lucia, und erinnere mich an meine Schwester Vera, gerade mal vier Jahre alt, die in die Klasse kam um mir eine Art Aluminiumgeschirr das innen in Fächer geteilt war (mit Brötchen, Wasser, Früchten etc.) zu bringen und mich zwischen den Bänken suchte, indem sie „Lallo“ rief, ihre Art als Kind „Carlo“ zu sagen.

Die Via Santa Lucia in Neapel.  Leider ist in der Straße kein Istituto Minerva und kein Kino Santa Lucia auffindbar.

Die Via Santa Lucia in Neapel. Leider ist in der Straße kein Istituto Minerva und kein Kino Santa Lucia auffindbar.

Ich erinnere mich auch an einen Schulkollegen mit Schürze (Schuluniform) und Schultasche, der dann zu einem großen Schriftsteller werden sollte: mein Freund Luciano De Crescenzo.

Auch er hätte es mit Humor getan, mit seiner Fähigkeit zu Entschärfen –eine Waffe und eine Philosophie– um diese verrückte und groteske Sache die das Leben ist,  in Angriff zu nehmen. Sicher ist, dass die Kindheit die Flucht vor der Realität ist, meine war im wörtlichen Sinn zumindest eine Gelegenheit: als ich und mein Cousin Alessandro (ich war zweieinhalb Jahre, er drei, Sohn des Bruders meines Vaters, der auch Unternehmer ist) eines schönen Tages von zu Hause wegliefen. Wie verantwortungslos, und wie; wir waren zusammen gezählt weniger als 5 Jahre alt.

Wir wollten in den Stadtpark um mit den anderen Kindern zu spielen, als uns ein Herr bemerkte und uns zurück nach Hause brachte, wo sich,  in der Zwischenzeit, eine Tragödie ereignet hatte, und zwar so eine, dass sie bereits die Polizei gerufen hatten.

Ich weiß nicht, wer dieser „Retter“ gewesen war, aber für uns war es ein Spielverderber, der uns den Spaß verdorben hat.  Für uns repräsentierte jener Park,  in der jungenhaften Phantasie verherrlicht, ein Schlaraffenland, was heute für einen Jungen Gardaland (Anm: der Vergünungspark Nr. 1 in Italien, am Gardasee) ist.

Wir sind heimlich weggegangen und hatten die übliche Route genommen: via Orsini, via Santa Lucia, via Chiatamone, parallel zur Via Caracciolo.

Ich erinnere mich, dass wir das klassische Kinderkleidchen anhatten, das mit der Strampelhose die an der Leiste befestigt wurde, die man aufknöpfen konnte um Pipi zu machen.

Eingang zum Stadtpark  (Villa Comunale) von Neapel, in dem Carlo spielen wollte

Eingang zum Stadtpark (Villa Comunale) von Neapel, in dem Carlo spielen wollte

Wir waren uns dessen nicht bewusst, aber dieser Ausriss hatte solch dramatische Folgen, da damals noch die furchtbare Lindbergh Entführung in Amerika in der Luft lag, wo der kleine Sohn des berühmten Langstreckenfliegers Charles Augustus Lindbergh, nach der Bezahlung des Lösegeldes, entführt, ermordet und in einem Wald vergraben wurde. Wir haben wirklich nicht verstanden warum unsere Eltern so beunruhigt gewesen waren, auch wenn der ganze Wirbel der Polizei und der Leute des Bezirks vor dem Haus uns suggerierte, dass wir vielleicht irgendwelche Unannehmlichkeiten kreiert hatten.

Fortsetzung folgt…

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Eine Antwort to “Teil vier der Autobiografie Bud Spencers”

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