Teil Drei der Autobiografie Bud Spencers


Auszug aus der neuen Bud Spencer Autobiographie  „Altrimenti mi arrabbio“  – exklusiv hier!

Fortsetzung:

Jedoch ist es sicherlich wahr, dass ein jeder von uns auf seine Herkunft stolz sein müsste und seine eigenen Wurzeln nicht verraten sollte.

Tatsächlich, obwohl die Literatur, das Theater und die Kinos uns an die Idee gewöhnt haben, dass das Neapolitanische das Vermächtnis der Unbequemlichkeit, des tagtäglichen Überlebens von Hunger und Tod wäre  – jenes das sicherlich eine profunde Wahrheit enthüllt-  vielleicht bin ich Neapel mehr verbunden als viele meiner Landsleute des plakativen und karikaturistischen Neapolitanismus. Weil Neapel nicht bloß ein geographischer Ort ist; Neapolitaner zu sein ist eine Bedingung des Geistes.

Ich sage es mit einem profunden Stolz: die meine ist eine innerliche Neapolität, weniger erkennbar, nicht nur weil ich den schwarzen Hunger als Kind nie gekannt hatte, aber vor allem weil ich den größten Teil meines Lebens im Ausland gelebt habe. Aber davon hat man ganz wenig gebraucht, weil ich den Stereotyp des Neapolitaners mit vollen Händen erlangt habe und wieder angefangen hatte wie Totó zu reden (über den ich eine sehr traurige Erinnerung habe, weil er war bereits alt und fast blind als ich die Gelegenheit hatte ihn kennen zu lernen).

Totó

Der Prinz Antonio De Curtis, mit Künstlernamen Totó, repräsentiert Napoli nicht: er verkörpert es! Schauspieler,  Komponist, Poet, Wohltäter, Tierschützer (als es noch nicht einmal in Mode war einer zu sein), Edelmann und Hofnarr, ein mitfühlender Mensch, der in der Nacht heimlich  Banknoten unter die Türen der ärmsten Häuser der Elendsviertel schob. Ich repräsentiere nicht jenes Neapel aufgrund jener Gründe die ich  weiter oben dargelegt habe und es würde mich nicht amüsieren  den „Pazzariello“  (Anm: Eine Figuer aus einem neapolitanischem Lied http://www.youtube.com/watch?v=EACudJqowoc , ein neapolitanischer Charakter der sich immer als französischer Häuptling verkleidete und eine Art Straßengebimmel erzeugte).

Das vielleicht am auffälligste Erbe von Neapel das ich in mir trage  ist ganz eingebrannt in meinem Slogan „ Futteténne!“. Das nicht bedeutet auf alles und alle mit einer fröhlichen Oberflächlichkeit zu pfeifen, sondern dem was uns betrifft ein nicht übertriebenes Gewicht zu geben, und mit Humor die Schwierigkeiten zu lösen, die wir nicht immer, ja sogar fast nie,  schaffen zu vermeiden.  In wenigen Worten, ich bin ein unbezähmbarer Optimist.

Sicherlich, und hier falle ich wieder für einen Moment zurück in die Rethorik der Erinnerungen, das Neapel von damals,  in den Dreißigern – Vierzigern, war allerdings komplett anders, nicht nur zu heute aber auch zu dem Neapel ein paar Jahre später, am Anfang des Krieges: in meiner Erinnerung als wohlhabendes Kind  war es eine wunderbare und heitere Stadt, elegant und namhaft wie eine Hauptstadt.

Von diesem Neapel trage ich im Inneren die Sprache und die Musikalität die ich, als Erwachsener und dann als alter Mann, einigen Liedern und Reflektionen wieder eingeflößt habe.

Fortsetzung folgt…

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3 Antworten to “Teil Drei der Autobiografie Bud Spencers”

  1. […] dritte Teil aus der neuen Bud Spencer Autobiographie  „Altrimenti mi arrabbio“  – exklusiv HIER erstmalig auf […]

  2. An dieser Stelle muss man mal vielen Dank aussprechen, dass ihr euch die Mühe macht, das hier übersetzt anzubieten.
    Die Biographie ist ja, wenn mich nicht alles täuscht, mit knapp 200 Seiten ziemlich dünn ausgefallen, wenn man es mit dem vergleicht, was Carlo im Gegensatz zu Anderen erlebt hat (und was für dicke Bücher manch ein Autobiograph veröffentlicht) und scheint mir allgemein etwas unterzugehen (oder?). Schade. Naja, hoffentlich schafft es bald eine Übersetzung auf den deutschen Markt.
    Also – wärmsten Dank nochmal. Weiter so!

    • sarahgoesbud Says:

      Absolut! Ich hab mich auch gewundert wie dünn das Büchlein ist. Ob da etwas untergeht werden wir alle gemeinsam erfahren. Wir sprechen ja selbst kein Italienisch und bekommen die einzelnen Seiten auch immer direkt übersetzt und stellen sie dann auch sofort hier ein. Also einfach mal abwarten und zum Schluss das Resümee ziehen. Alles was nicht in der Biografie behandelt wird, werden wir beim Interview selbstvertsändlich erfragen 🙂
      Nach der deutschen Übersetzungen haben wir auch schon gefragt, mal sehn welche Antwort wir bekommen. Lg Sarah

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